Dienstag, 10. Juli 2018

Bundesweite Straßenumbenennungen zum Ende des NSU-Prozesses

Interventionistische Linke

PRESSEMITTEILUNG

Kein Schlussstrich – 

Aktivist*innen der Interventionistischen Linken (IL) haben heute in über 20 Städten mehr als 200 Straßen umbenannt und mit den Namen der Opfer des NSU versehen. Kurz vor dem Ende des NSU-Prozesse soll damit das Gedenken an die Opfer des Terrornetzwerks in den Mittelpunkt gerückt werden.  Für die Umbennenungen wurden bevorzugt Straßen ausgesucht, die NS-belastete Namen trugen und deren Umbenennung längst überfällig war.

Solche Aktionen fanden u.a. statt in: Aachen, Aschaffenburg, Berlin, Bielefeld, Bremen, Darmstadt, Düsseldorf, Frankfurt a.M., Freiburg, Göttingen, Halle, Hamburg, Hannover, Heidelberg, Karlsruhe, Kiel, Köln, Leipzig, Lübeck, Marburg und Nürnberg

Fotos der Aktionen finden Sie im Verlauf des Vormittags auf unserer Facebook-Seite. Die Bilder dort sind (mit Quellenangabe) für die Presse verwendungsfrei.

Die Aktivist*innen wollen damit das Ausmaß rassistischer Gewalt sichtbar machen und den Opfern des NSU und ihren Angehörigen Respekt erweisen.

Frank Gerber von der Interventionistischen Linken:
„Die Opfer des NSU wurden von rassistisch agierenden Behörden zu Tätern gemacht. Man hat ihnen eine umfassende Aufklärung verweigert, die eigene Beteiligung am mörderischen Rassismus in dieser Gesellschaft vertuscht und rechten Terror systematisch verharmlost.“

Nach fünf Jahen NSU-Prozess blieben mehr Fragen als Antworten.
"Die Bundesanwaltschaft hat bis zum Ende den Mythos vom Terror-Trio aufrechterhalten hat. Sie hat die Aufklärung des Terrornetzwerks verhindert und die staatliche Beteiligung vertuscht.“, so Frank Gerber.

Das gesamte Umfeld des NSU sei durch V-Männer geprägt gewesen. Der sogenannte Verfassungsschutz hat sich durch aktive Unterstützung und Ausstattung mit finanziellen Ressourcen schuldig gemacht. Unter den Augen des Geheimdienstes verübten Neo-Nazis bis heute Anschläge und schreckten auch vor Mord nicht zurück.
"Der Verfassungsschutz schützt niemanden, am wenigsten die Betroffenen von rassistischer Gewalt. Er ist Teil des Problems und muss sofort aufgelöst werden.", sagte Frank Gerber von der Interventionistischen Linken abschließend.

In den kommenden Tagen wird es zu weiteren Aktionen kommen. Darüber hinaus ruft die Interventionistische Linke auf, sich an folgenden Demonstrationen zu beteiligen:
Demonstrationen am Tag X (Mittwoch, 11.7.) in München, Köln und Kiel.
Demonstrationen am Samstag nach Tag X (14.7.) in Hamburg und München.
 
 

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