Donnerstag, 4. Januar 2018

Ärztepräsidentin will strengere Regeln für ausländische Ärzte


Martina Wenker bei NDR 1 Niedersachsen: Alle Mediziner sollen deutsches Staatsexamen ablegen

Hannover. Niedersachsens Ärztepräsidentin Martina Wenker will strengere Regeln für ausländische Mediziner aus Nicht-EU-Ländern durchsetzen. Wer künftig als Arzt in Deutschland arbeiten will, soll das deutsche Staatsexamen bestehen, verlangt sie im Gespräch mit NDR 1 Niedersachsen.

„Ich fordere, dass alle Ärzte, die in Deutschland Patienten versorgen, ein bundesdeutsches Staatsexamen haben“, sagte Wenker wörtlich. Fertig ausgebildete Ärzte aus Nicht-EU-Ländern sollten so „beweisen, dass sie Patienten nach unseren Sicherheitsstandards versorgen können. Wir haben hier eine hervorragende Ausbildung und da lasse ich keine Abstriche zu. Da geht es um Patientensicherheit.“

Bislang müssen Ärzte in einem komplizierten Verfahren nachweisen, dass ihre Ausbildung gleichwertig ist. Oft fehlen allerdings Zeugnisse oder es gibt Zweifel, ob die Dokumente echt sind. Wenker kritisierte auch, dass die Zulassung der Ärzte von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich gehandhabt werde. Mit der Pflicht zum Staatsexamen gäbe es bundesweit einheitliche Regeln, sagte die Präsidentin der niedersächsischen Ärztekammer.

Wenker sieht auch grundsätzliche Probleme: „Wir haben genug Bewerber in Deutschland, die Medizin studieren wollen. Ich halte es für ausgesprochen problematisch, wenn wir aus den ärmeren Ländern dieser Welt die Ärzte holen – dann fehlen die Ärzte dort. Wir sollten sehen, dass wir unseren Nachwuchs auch im eigenen Land ausbilden.“ Bund und Länder müssten dringend mehr Studienplätze schaffen.

Nach Angaben der niedersächsischen Ärztekammer arbeiten in Niedersachsen aktuell rund 4600 Mediziner, die aus dem Ausland stammen. Das ist etwa jeder siebte Arzt. Im vergangenen Jahr wurden in Niedersachsen bis Ende Oktober 334 ausländische Ärzte anerkannt, 732 erhielten beschränkte Berufserlaubnisse. 



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