Montag, 19. Juni 2017

Ma maman est fort et mon papa est belle »Männer in der Krise«

 Sozialpsychologe Rolf Pohl und Autor Thomas Meinecke am MITTWOCH, den 21.6. (letzter Termin vor der Sommerpause!)

Liebe Newslettrist*innen,
‚man up!‘ heißt es im Englischen: ‚Sei ein Mann!‘ oder auch ‚Reiß dich zusammen!‘
Zu hören bekommen das Jungen im Teenageralter, also im Übergang vom Kind zum Mann; von Vätern, großen Brüdern, Fußballtrainern – aber auch in der Schule und im Fernsehen. Was ein Mann zu sein hat und was nicht, das scheint in unserer Gesellschaft ziemlich genau festgelegt zu sein, zum Beispiel eben: sich zusammenzureißen, stark zu sein, sich nicht so anzustellen.
Da stellt sich die Frage: Wie wird eigentlich Männlichkeit in unserer Gesellschaft hergestellt und mit welchen Erwartungen sehen sich Männer konfrontiert? Warum funktioniert die Abwertung des Mannes über mit Weiblichkeit oder Homosexualität konnotierten Eigenschaften und Schimpfwörtern? Und was hat das alles mit der Wut gegenüber Minderheiten zu tun?
Zusammen mit Sozialpsychologe Rolf Pohl und Schriftsteller und Musiker Thomas Meinecke diskutieren wir am MITTWOCH, den 21.6. Kritische Männlichkeit und die so genannte ‚Krise der Männlichkeit‘:

MITTWOCH | 21.6.2017 | Kulturphänomene
Rolf Pohl (Sozialpsychologe, Hannover), Thomas Meinecke (Auotor/ Musiker/ DJ, Berg)
»MÄNNER IN DER KRISE«

ORT:
Conti-Foyer, Königsworther Platz 1
Leibniz Universität Hannover


BEGINN: 20 Uhr / Abendkasse: 19:30 Uhr
EINTRITT: 8 EUR / 5 EUR erm.


Szenenwechsel: Früher war irgendwie alles einfacher. Stimmt doch! Alle wussten, was sie zu tun hatten: Der Mann ernährte die Familie, die Frau kümmerte sich um den Haushalt und die Kinder.
Heute sieht das Ganze anders aus. Frauen verdienen Geld, teilen sich die Betreuung der Kinder, haben mehr Macht; viele Männer fühlen sich abgedrängt. In den letzten Jahren wollen sich nun auch noch einige Menschen nicht mehr einem bestimmten Geschlecht zugeordnet wissen, gleichgeschlechtliche Partnerschaften auf einmal eine gleichgestellte Ehe. Da wird sehr schnell von ‚Genderwahn‘ gesprochen und eine nahezu hysterische Diskussionen zu der Frage geführt „Was wird aus der Kleinfamilie? Was wird aus uns Männer?“– verstärkt vom rechten Flügel, aber nicht nur.
Die Menschen, die sich da ärgern, sie haben genug davon, von ‚Political Correctness‘ kontrolliert zu werden, ärgern sich über all das, was man nicht mehr sagen ‚darf‘. Sie sind wütend über all die Frauen und Menschen of Colour, die sich ständig angegriffen fühlen. Und fühlen sich bestraft, schlicht und einfach aufgrund der Tatsache, dass sie Männer sind.
In der neuerdings frisch gestärkten FDP zum Beispiel wollen sich deswegen nun die ‚Liberalen Männer in der FDP‘ gründen – gegen ‚Genderideologie‘ und für eine Männerquote. Die Parteispitze findet das gar nicht witzig, betrachten immerhin die Hälfte aller Millenials (*1980-2000) Gender (also das soziale, heißt von der Gesellschaft zugewiesene Geschlecht) als Spektrum, und nicht als Zweiteilung. Da passen Männeraktivisten leider gar nicht zum neuen hippen, jungen Image der Partei.
Die Kluft zwischen Realität und Selbstwahrnehmung scheint groß: Denn noch heute favorisiert ein Großteil der westlichen Gesellschaft die Kleinfamilie, gibt es in Deutschland lediglich 11 Prozent C4-Professorinnen, 5% Frauenanteil in DAX-Vorständen und 2 Prozent Chefredakteurinnen. Es muss sich also kein Mann so ernsthaft Sorgen machen. Was kümmert es also die Eiche, wenn sich ein Borstenvieh dran reibt?
Sozialpsychologe Rolf Pohl forscht seit Jahrzehnten zu den Themen Männlichkeit, Gewalt und Krieg, Autor, Musiker und Feminist Thomas Meinecke hinterfragt und dekonstruiert in seinen Büchern Geschlechterklischees und –rollen. Mit beiden wollen wir den Fragen nachgehen, was einen Mann zum Mann macht, wie das Rollendenken die eigene Auffassung vom Mann-Sein prägt, wie diese starren Rollenbilder aufgebrochen werden und ein neues Selbstverständnis des Mannes aussehen könnte.

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